Tja wo fängt man da an… Bjelle (auf dem Foto ganz links außen)war „geplant“ – „gewünscht“ – sozusagen fast „bestellt“.

Sie wurde mit ihren beiden Brüdern bei mir selbst geboren, ich bin der Züchter. Bei der Geburt gab es einen Freudenschrei – OH JA EINE HÜNDIN – wie toll… ok nicht so schön bunt wie ich es mir gewünscht hätte, weißer Körper, aber HEY EGAL ich hab eine Tochter von meinem Seelenhund Honey. Die Aufzucht und Entwicklung waren toll, viele tolle Erlebnisse, viele tolle Tage. Tolle Hundebegegnungen und andere Dinge haben wir schon gemeinsam erlebt.Dann zogen die Brüder aus, beide nach Berlin.Nun waren wir allein unterwegs. Nun gut meistens nicht ganz allein, denn Mama Honey und Patentante Elfe waren ja fast immer dabei…

und dann kam der Tag….

Wir waren allein unterwegs, auf unserer Haus und Hofstrecke. Plötzlich, ich hab es erst im letzten Moment gemerkt, schießt von hinten ein großer dunkler Hund in uns rein, Bjelle an der Schlepp nahm schreiend vor Schreck Reiß-Aus, mir blieb fast das Herz stehen. Von hinten der bekannte Spruch DER TUT NIX, DER IST SELBST NOCH JUNG…

Stimmt, ein 18 Monate alter, völlig wilder und ungehemmter Rotti-Mix… der perfekte Spielpartner für einen 1,3 kg Papillon, aber es kam noch schlimmer. Der Rüde trat kurz vor Erreichen von Bjelle auf ihre Schleppleine, und beide überschlugen sich. Der Rüde landete AUF Bjelle mit seinen knapp 40 kg…. Der Besitzer grölte vor Lachen... Ich nahm die Füße in die Hand. Ca. 30 Sekunden später hatte ich die schreiende, völlig panische Bjelle unter dem Rüden raus gepult, der zugegebener Maßen NICHT aggressiv oder sonst etwas war. Die kleine biss wahllos in Panik um sich und hat mir 8 Löcher verpasst, in diesem Moment.

Der Besitzer war immer noch sehr belustigt. Ich bin dann zum Auto, zum TA in der Vorstellung Becken, Rippen irgendwas ist kaputt, der Schlag war heftig. ABER ENTWARNUNG… körperlich war sie bis auf ein paar Prellungen VÖLLIG OK… erstmal aufatmen. Aber nicht lange. In den nächsten Tagen zeigte sich schon zu Hause, dass es andere Wunden gegeben hat. Kam Elfe ihr zu nah flippte die Kleine völlig aus und stürzte sich brüllend auf die ältere Dame, die die Welt nicht mehr verstand, hatte sie doch bis vor wenigen Tagen noch die Putz- und Sauberkeitskontrolle übernehmen können.

Es eskalierte mehrfach extrem. Auf dem Spaziergang war es noch viel schlimmer. Auf ca. 500 Meter wurde alles hysterisch angeschrien, was ein Hund HÄTTE SEIN KÖNNEN. Also Training, Training, Training ---- schwierig, denn selbst Kontakte mit bekannten Hunden konnten von einer auf die andere Sekunde völlig eskalieren. Es war zu traurig. Ein wirklich toll sozialisierter kleiner Hund wurde durch eine unbedachte Aktion in solch ein Loch geschmettert. Als wäre das nicht genug, wurde sie nach kleinen Trainingserfolgen 8 Wochen später von 2 Galgos, die einfach durchs Gebüsch geschossen kamen, durch den Wald gejagt. Das machte das Problem nicht besser und hat alle bisherigen Trainingserfolge komplett zunichte gemacht und schlimmer noch, die Aggression stieg weiter. Ein völlig verunsicherter kleiner Hund von knapp 2 kg, der reaktiv aggressiv nach vorne schießt sobald ihn ein Hund ansieht.

Heute sind wir knapp 2 Jahre weiter. Gerade in den letzten 6 Monaten (in der Pubertät hat sich das Verhalten zeitweise wieder stark verschlechtert) macht sie große Fortschritte. So langsam kann ich auch besser abschalten und sie mal MACHEN LASSEN. Es ist und bleibt schwierig, das Trauma sitzt tief, aber wir arbeiten dran und lassen uns die „Butter nicht vom Brot nehmen“, aber es zeigt wieder deutlich…

 BITTE achtet auf Eure Hunde, bitte schätzt ein ob eine Begegnung für BEIDE Seiten gewinnbringend ist, BITTE nehmt Kontakt zum Besitzer auf und sprecht euch ab, BITTE ein angeleinter Hund hat seine Gründe, BITTE ein Besitzer der mit seinen Hunden auf die Seite geht hat seine Gründe dazu….

Unsere Geschichte….. unsere Bitten

 Liebe Grüße

 Britta mit Honey, Elfe und Krawallmaus Bjelle

www.trickanddance.de

   
© Carmen Schmid