Jude ist eine American Cocker Spaniel Hündin, zobelfarben, geb. 10.11.2012. Sie kam im Frühjahr 2013 zu mir und meinem Rudel.

Von Anfang an war sie ängstlich. So etwas kannte ich bisher von meinen Amicockern gar nicht. Gut dachte ich mir, vielleicht die Reise und Umstellung. Also gib ihr die nötige Zeit. Aber es wurde nicht besser. Der Spaziergang für Jude ein Horror.

In einer ruhigen Minute setze ich mich zu Jude und guckte sie an. Und da fiel mir ihr trübes Auge auf. Am nächsten Tag also zum Hausierarzt. Und hier bestätigte sich mein Verdacht.

Es folgte eine Überweisung zum Augenspezialisten. Auch hier kam die Bestätigung. Nun war guter Rat teuer: Viele Ratschläge und Informationen. Ich war noch ganz in Gedankten, um hier die richtige Entscheidung zu treffen.

Ein ganz normaler Nachmittag: alle waren gut drauf, es wurde gespielt, getobt... Auf einmal wurden die Hunde, die bei mir in der Nähe waren, unruhig und ich hörte aus dem Hundezimmern ein leichtes Bollern. Ich also hingejachtert und geguckt was los war: Schock. Jude lag dort und hatte einen epileptischen Anfall. Ich war fix und fertig, versuchte in dem Moment aber die Ruhe für Jude zu bewahren. Nachdem Jude den Anfall überstanden hatte also schnell ins Auto und zum Tierarzt. Ja, Jude leidet an Epilepsie.

Also blindes Auge und Epilepsie! Ein Schlag ins Gesicht, und für mich bisher vollkommen neu. Also erneut Informationen, Ratschläge.... Aufgrund der Epilepsie ist eine Operation für Jude schon ein hohes Risiko. Also fiel der Gedanke an Augenoperation weg (unabhängig von Heilungschancen...). Jude wurde mit Tabletten eingestellt.

Ich habe durch Jude gelernt was es heißt, ein Tier so zu lieben und zu nehmen wie es ist. In der langen Zeit haben wir Vertrauen aufgebaut. Und Jude hat gelernt, das die Welt nicht so gruselig ist, wie sie oft scheint - in vielen kleinen Teilschritten.

Heute mit gut 4 1/2 Jahren ist Jude mit den Tabletten für die Epilepsie sehr gut eingestellt. Auch mit der Blindheit kommt sie zu Recht. Die  Angst und Unsicherheit ist in einigen Situationen noch da. Aber Jude hat durch Rücksicht und Vertrauen so ein großes Selbstbewusstsein gewonnen, das sich das gut Händeln lässt.

Seit gut einem Jahr geht Jude mit unserer Suerte in Seniorenheime und besucht Menschen. Sie liebt es zu kuscheln, sich mit ins Bett zu legen und hin und wieder ein leckerer Keks. Diese tollen Eigenschaften werden sehr geschätzt (für die aktiven Parts ist Suerte zuständig, hier also auch eine gute Ergänzung der Hunde), so dass sie immer sehnsüchtig erwartet wird. Letzten Donnerstag hatten wir beim Besuch das Herz-Erlebnis: Jude hat es sich bei einer Bewohnerin gemütlich gemacht und beide waren ineinander versunken. Auf einmal sagte die Bewohnerin aus tiefstem Herzen: Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als du Jude allein. Ein unbeschreiblicher Moment.

Ich bin froh mit Jude gemeinsam diesen Weg gegangen zu sein und zu gehen. Ein Freudenweg.    

 

Jutta Gaßmann

adc American Dance Cocker

www.americandancecocker.com
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© Carmen Schmid