…was immer Du im Fang hast und ganz egal wie lecker es ist.

Was haben eine tote Maus, ein Apfel auf dem Feld oder ein Häufchen Marderkot gemeinsam? Es ist einfach wünschenswert, dass unsere Hunde einfach alles ausspucken, was sie im Fang haben, und sei es noch so lecker! Manchmal ist der 10. Apfel einfach zu viel für den Hundemagen, die Maus ist sicher verwurmt und befindet sich bereits in einem nicht sehr appetitlichen Stadium, und auch die Vorliebe unseres Hundes für Marderkot teilen wir ganz sicher nicht.

Es gibt viele Wege, einem Hund beizubringen, alles auszuspucken, was er am liebsten verschlingen würde. Carmen hat vor vielen Jahren ihren Weg gefunden.

Für einige Hunde bedeutet „Spuck´s aus“ Ärger, Verlust des Leckerbissens, und einen schlecht gelaunten Menschen. Carmens Hunde spucken aus, was sie im Fang haben, weil – es etwas viel besseres gibt, und zwar genau bei Carmen.

Das Training beginnt mit einer großen, dicken Scheibe Brot am Boden,  für schleckige Hunde darf auch ein wenig Butter drauf sein ;) Die Scheibe ist zu groß, sie  sofort herunter zu schlingen. Unser Hund wird sie also erst einmal sicherstellen. Genau jetzt hält Carmen dem Hund in der geschlossenen Hand ein Stückchen leckerste Wurst direkt unter die Nase, dazu das freundliche! Signal „Spuck´s aus“.

Sobald der erstaunte Hund das Brot fallenlässt, kommt ein Click oder ein Markerwort und die Hand öffnet sich. Beglückt wird der Hund die Wurst verspeisen, um sich dann wieder dem Bort zuzuwenden. Prima, dann können wir das gleich noch einmal üben. 

Wenn wir nun nach dem Brotausspucken und Clicken einige Schritte zurückgehen, können wir sofort Punkt zwei trainieren. Der Hund erhält die versprochene Wurst und danach sofort eine weitere Aufgabe. Sitz, Platz, Pfote, es soll einfach sein und wird auch belohnt, aber nicht mit der leckeren Wurst. Die gibt es nur für das „Spuck´s aus“.

Das Training geht nun erst richtig los. Unser Ziel ist, das „Spuck´s aus“ mit einem Stimmungsanker zu koppeln. „Spuck´s aus“ ist fortan nicht mehr das Ende alles Freunde, sondern die Verheißung einer viel, viel besseren Belohnung. Carmens Nachbarn sind begeisterte Trainingspartner. Sie führen die Hunde mit Karotten, großen Leckerlis und vielerlei in Versuchung. Carmen kann so ihr „Spuck´s aus“ gezielt und mit freundlicher Stimme - und guter Stimmung!! trainieren. 

Anfangs ist ein großes Beutestück sinnvoll, welches nicht sofort heruntergeschluckt werden kann. So haben wir mehr Zeit, entspannt zu reagieren. Dann steigern wir das Ganze. Wir trainieren mit mehr Distanz und später mit kleineren Versuchsobjekten. Wir können viele Fundstücke beim Spaziergang nutzen, um unser Signal zu festigen. Pferdeäpfel, Taschentücher, überreifes Fallobst, Kaugummi und Wurstpapier. Und wenn nichts herumliegt, können wir selbst etwas mitnehmen zum Üben. Eine alte Socke, gefüllt mit Leckerlis erfüllt den Zweck und passt in jede Jackentasche.

Keine Sorge, Sie müssen nicht Ihr Leben lang mit Wurststückchen Gassi gehen, nur um Ihren Hund dazu zu bewegen, Pferdeäpfel auszuspucken. Das Wortsignal wird sehr schnell auch bei „normaler“ Belohnung ein hohes Glücksgefühl auslösen. Ziel ist, daß der Hund auch in einiger Entfernung fallen lässt, was er im Fang hat, und dann unserem Ruf folgt, um sich die Belohnung abzuholen. Das darf ein Leckerli, ein Spiel oder auch ein kleiner Freudenausbruch sein. Wir sind der Ansicht, dass das sofortige Ausspucken einer leckeren Beute immer eine Belohnung wert ist.

Wenn Sie gar nicht erst möchten, daß Ihr Hund etwas in den Mund nimmt, können sie noch ein „Finger weg“ trainieren. Das ist nebenbei bemerkt auch bei  einer Wanderung sehr nützlich, wenn Sie Ihr Vesper auf einem Stein deponieren, während Sie Ihre Trinkflasche aus dem Rucksack holen.

Wie das geht? Das erfahren Sie im nächsten Beitrag.

 

Viel Vergnügen!

   
© Carmen Schmid