…von allem, egal wie lecker es auch ist.

 Diese Übung ist sowohl im Alltag als auch im Training sehr nützlich.  Anders als beim Jackpot Training handelt es sich um eine reine Impulskontroll-Übung. Den Aufbau des Jackpot Trainings behandeln wir in einem separaten Beitrag. 

Wie bei allen Übungen arbeiten wir auch hier freundlich und ruhig.  Carmen erinnert sich schmunzelnd an eine Hundeprüfung, bei der alle Hundehalter mit wildem, lautem „Nein“, „Pfui“, „Aus“ ihre Hunde  davon abhalten wollten, eine ausgelegte Wurst zu verspeisen, mit zweifelhaftem Erfolg. Es ist keine Frage der Lautstärke. 

Ziel der Übung ist, dass unser Hund beim Spaziergang wohlschmeckende Dinge gar nicht erst aufnimmt, wenn wir es ihm sagen.   

Als erstes füllen wir in Anwesenheit unseres Hundes einige Leckerchen mittlere Stufe der Belohnungsskala (Der Freudenweg im Hundesport, Seite 88 ff.) in eine Schüssel. Er wird sicherlich interessiert hinschauen. Ganz wichtig: Unser Hund erhält kein Sitz oder Warte Signal. Er könnte sonst unser angebotenes Futter als potentielle Belohnung ansehen! Und da würde er sich ja zurecht hocherfreut nähern.

Wir bleiben in der Hocke, decken die Schüssel mit der Hand leicht ab und warten, bis unser Hund  den Blick davon nimmt und uns anschaut, sich hinsetzt oder sich in einer anderen Form davon zurücknimmt. Das markieren wir sofort mit einem Click / Markerwort und belohnen mit einem sehr hochwertigen! Leckerchen  aus der Hand, auf keinen Fall aus der Schüssel!! Diese Versuchung soll wirklich für immer tabu bleiben.

Das wiederholen wir 4-5 mal, dann legen wir eine Pause ein. Insgesamt trainieren wir die Übung 5-10 mal täglich an verschiedenen Orten.

Wir ergänzen die Versuchung durch eine Scheibe Butterbrot oder einen großen Hundekeks - Bully Biskuits von Bubecks sind da hervorragend. 

Da wir auf genaues Timing achten, wird der Hund, sobald die Schüssel abgestellt wird, schnell Blickkontakt suchen oder sich abwenden. Wir belohnen immer auf höchster Stufe aus der Hand. Jetzt führen wir das Wortsignal ein, sagen beim Abstellen der Schüssel „Finger weg“, und wir nehmen die Hand von der Schüssel. Lässt der Hund das Futter unberührt, muss die Decke wackeln vor Jubel!!!! Und er erhält wieder das beste Futter aus der Hand! Der beste Fütterungspunkt ist seitlich oder hinter dem Hund, vom Napf weg.

Versucht der Hund nach dem Click das freigegebene Futter im Napf zu erreichen,  decken wir es ruhig ab und starten erneut. Unser Lernschritt war offensichtlich zu groß, also achten wir darauf, dass uns das nicht nochmal passiert.

Sobald der Hund vom freiliegenden Objekt seiner Begierde wegschauen kann, wenn wir aufrecht stehen, starten wir Stufe zwei.

Wir nähern uns mit dem angeleinten Hund der Versuchung, achten auf lockere Leine und geben - sobald er es entdeckt, das Signal „Finger weg“. Ignoriert unser Hund, gibt es eine dicke Belohnung.

Die Leine dient nur dazu, den Hund abzusichern. Er soll keinen Erfolg haben, wenn er der Versuchung nachgeben will. Je besser unser Timing, um so erfolgreicher die Übung. Beobachten wir also den Hund genau!

Und wenn wir das Ignorieren des begehrten Leckerbissens festigen möchten, ist eine Serie von Clicks  sehr hilfreich. Wir bleiben dicht neben der Versuchung stehen und clicken jedes Ignorieren. Besonders verführbare Hunde schaffen das vielleicht nicht sofort. Sie dürfen gerne anfangs noch für einem Handtouch als Brücke belohnt werden. Später können auch sie der Versuchung über einen längeren Zeitraum  widerstehen.

Die nächste Steigerung ist ein leckeres Stück Wurst oder Käse – das offen auf dem Boden liegt. Der Hund entdeckt es, erhält das Signal „Finger weg“ und schaut zu uns. Super!!!

Wir trainieren überall, im Gehen, im Stehen und mit allen möglichen Versuchungen. Es dauert  einige Zeit, aber wenn wir statt eines lauten, harschen Brüllers ein lässiges „Finger weg“ nutzen können, damit unser Hund unappetitliche oder ungenießbare Dinge ignoriert, ist es nicht nur ein tolles Gefühl sondern bewahrt unseren Hund auch vor möglichen Gefahren. 

In diesem Sinne, viel Vergnügen beim Üben!

 

 

 

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© Carmen Schmid