Mit Auszügen aus "Der Freudenweg im Hundesport - Glücklich und erfolgreich im Training und Turnier".

 

Fangen wir mal mit der Gegenposition an:

Es gibt Hundesportler, die es für die Entwicklung ihres Hundes ganz  wichtig halten, das ihr Hund lernt, im Training mit Frust umzugehen.

Uns ist absolut unerklärlich - WARUM?

 

Keines, der uns als Erklärung vorgebrachten Argumente macht für uns einen Sinn.

Für unsere Hunde ist ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Frustrationstoleranz notwendig, sich im Alltag an unsere Form von Leben einzufinden. Unser Leben entspricht nämlich nicht ihren natürlichen Vorgaben.

Somit lernt ein Hund, dessen Alltagsgehorsam sorgfältig ausgebildet wird, doch sowieso Impulskontolle, Frustrationstoleranz, Geduld, und eben alles, was für ihn notwendig ist, uns ein braver Begleiter in unserem persönlichen Alltag zu sein.

Welchen Sinn macht es nun, Frustration gezielt im Training einzusetzen?

Für uns keinen! Wir arbeiten genau mit dem gegenteiligen Anspruch. Unsere Hunde lernen, das ein gemeinsames Training mit uns immer und ausschließlich Freude bedeutet. Auch noch nach vielen Jahren strahlen sie vor Selbstbewusstsein und Glück.

 

Dieser Weg schenkt uns eine unbelastete, glückliche Zeit mit unserem Hund. Wir belasten unsere kostbare Freizeit nicht mit negativen Gefühlen und das gemeinsame Training mit unserem Hund ist somit eine Bereicherung für unseren Alltag und keine zusätzliche Pflicht.

Beurteilen wir unsere eigene Ausbildungsleistung an der durchgängige Freude unseres Hundes im gemeinsamen Training, merken wir sofort an welchen Stellen UNSERE Leistung nicht stimmt und wir nachbessern müssen. Und ein Hund der sich durchgängig freut, ist eben in keinem Moment seines Trainings frustriert.

Zudem soll das gemeinsame Training ja auch für uns selbst erfolgreich sein. Wir sehen es nicht als Erfolg für unsere Trainingsleistung, wenn wir uns mit zahlreichen Fehlversuchen, gestresst und zweifelnd, zu einem Übungsziel gekämpft haben. Wir erreichen unsere Ziele spielerisch, entspannt und ohne selbst angestrengt zu sein. Ein Training, das uns anstrengt, ist falsch! Warum sollen wir also mit Lernen aus Versuch und Irrtum unnütze Zeit vergeuden und Frustration erzeugen, wo es doch so einfach ist?

Bauen wir unser Training so auf, dass der Hund keinen Fehler machen kann! Wir bemessen den Erfolg unserer Leistung auch an der Leichtigkeit, mit der wir das Training mit unserem Hund durchgeführt haben und ob es uns gelungen ist, seine Übungen so aufzubauen, dass er sie durchgängig erfolgreich geschafft hat - ganz ohne unnötigen und destruktiven Frust.

Macht unser Hund Fehler, haben wir ihn falsch an die Aufgabe herangeführt, den Übungsschritt zu groß gewählt, seine Motivation nicht berücksichtigt, falsche Signale gesendet, unsere Körperhaltung stimmt nicht oder wir haben an den falschen Stellen bestätigt.

Diese Aufzählung ließe sich noch lange fortführen, aber schon hier ist deutlich: Der Fehler liegt immer bei uns und nie bei unserem Hund!

Es gibt nur einen einzigen Grund, hier eine Toleranzgrenze zu lassen, nämlich um unsere schlechte Trainingsleistung zu rechtfertigen! Und genau das möchten wir gerade nicht! Wir wollen unsere Kriterien für die Beurteilung unserer eigenen Leistung so klar und eng begrenzen, dass wir eine schnelle und einfache Möglichkeit haben, uns zu verbessern. Denn das ist unser Ziel.

Wir selbst wollen genau wie unser Hund mit jedem einzelnen Training besser werden. Das Tempo interessiert bei uns genauso wenig wie bei unserem Hund. Wir möchten eine stetige Weiterentwicklung ohne Rückschritte!

 

In diesem Sinne, viel Vergnügen aus dem Freudenweg - ganz ohne Frust!

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