Sind wir mal spontan und sagen: "Warum denn nicht?"

Aber ganz so einfach sollten wir es uns nicht machen. Schauen wir also mal genauer hin.

 

Genauso wie wir uns vor der Hundeanschaffung über unsere Lebenssituation klar werden sollten, können natürlich auch unsere gewünschten Freizeitaktivitäten bei der Auswahl eine Rolle spielen.

 

Und genauso wenig es Sinn macht, in einer Familie mit zwei Kleinkindern, den komplizierten Doggen-Molossermix aus dem Tierheim, anzuschaffen, genauso wenig macht es Sinn bei der Suche nach einem Nachwuchshund für die bislang erfolgreiche Agiitykarriere, eine Bracke auszuwählen, die, statt über die Hindernisse zu springen, möglicherweise den Platz nach spannenden Gerüchen absucht.

Die bewusste Auswahl eines Hundes hat manche Vorteile. Läuft es wie geplant ist ein sinnvolles Hobby für Mensch und Hund schon gefunden. Die Leidenschaft für den Lieblingssport kann also weiter ausgelebt werden.

Das gewünschte Temperament kann leichter auf die beim Mensch vorhandenen Charaktereigenschaften abgestimmt werden, um somit das zukünftige Training unter Umständen unkomplizierter gestalten zu können.

Ein Gleichklang im Temperament wird oft als Seelenverbundenheit beschrieben. Dem aktiven Menschen, der kaum je still sitzen kann, wird es nicht leicht fallen, zu seinem langsamen und sehr gemütlichen Hund diese Verbundenheit aufzubauen.

Wir gehen natürlich davon aus, das wir dem Thema "Erfolg im Sport" nicht das Wohl unseres Hundes unterordnen. Über persönlichen Ehrgeiz, und welche Gefahren er birgt, haben wir uns im Freudenweg ab Seite 35 ff. Gedanken gemacht.

Wie gehen wir also nun damit um, wenn unser Hund, trotz sorgfältigster Auswahl, eine andere Entwicklung nimmt, wie die gewünschte? Wenn  der zukünftige Agilitystar so gar keine Lust darauf hat, in hohem Tempo durch den Parcours zu flitzen? Wenn er eher sein Talent für das Dogdance offenbart und der junge, dynamische Mensch sich aber so gar nicht vorstellen kann, zur Musik durch den Ring zu schweben.

Und schon sind wir bei der Antwort unserer Frage: Ist es legitim einen Hund "für den Sport" zu suchen?

Ja, das ist es, WENN ich in der Lage bin flexibel auf die Eigenschaften meines Hundes einzugehen und ihn, seinem Naturell entsprechend, zu fördern.

WENN ich phantasievoll genug bin, mich auch auf geänderte Gegebenheiten einzustellen, und die gemeinsame Zeit mit meinem Hund so zu gestalten, das wir beide glücklich und zufrieden sind.

Deswegen muss ich nicht zur Musik durch den Ring schweben. Es gibt so viele verschiedene Sportarten, und für jedes Mensch-Hund Team lässt sich etwas passendes finden. Wir müssen manchmal eben einfach nur die ausgetretenen Pfade verlassen, und etwas Neues ausprobieren.

 

In diesem Sinne, viel Vergnügen mit Ihrem Hund, und die nötige Flexibilität, Phantasie und Geduld, um eine wunderschöne, gemeinsame Zeit zu verbringen.